Heute erwischte ich den RBB24-Journalisten Olaf Sundermeyer beim Lügen, worauf der gewiefte Redakteur den Spieß kurzerhand herumdrehte und meiner Person abwertende Hetze unterstellte, weil ich den gescholtenen Begriff "Lügenpresse" genutzt habe. So läuft das bei Twitter, was ich hiermit gerne dokumentiere.

Lügenpresse ist überall, Medien-Kritik ist demokratisch

Bild lügt, das weiß jedes Kind, aber die #SpringerPresseHaltDieFresse steht damit nicht alleine im digitalisierten Blätterwald: Es sind zumeist rechte Medien, die in hetzerischer Absicht Lügen verbreiten, um gegen Linksextremisten, „kriminelle Ausländer“ oder Hausbesetzer*innen zu agitieren. Und natürlich ist es im Gegenzug abwertend gemeint, jene Medien als Lügenpresse zu denunzieren, die sich im Journalismus der Lüge als politisch motiviertes Stilmittel bedienen. Von daher ist es wichtig, den Begriff „Lügenpresse“ wieder negativ zu besetzen. Denn Kritik an der Lügenpresse ist weder links, noch rechts, sondern fast immer demokratisch. Die Lügenpresse ist überall.

Am Anfang eines jeden Krieges steht eine Lüge: Kriegsverbrecher Putin und das Nato-Kriegsbündnis haben das im eskalierten Ukraine-Konflikt erneut bewiesen. (Update: 25.02.2022)

Was wir nicht nur seit gestern erleben, ist ein Cyberwar, der gipfelt in Hashtags wie #Luegenpresse. Und man erkennt, wie willig #AfD und andere rechtsextreme Accounts sich zum Büttel der Staatspropaganda aus Russland machen. #NoAfD #Ukraine / Die Propaganda wird wie in allen Kriegen und deren Vorbereitung gezielt zur Verunsicherung gestreut. Im Fall von Russland, kann man aber schon zurückgehen bis eben 2010. Desinformation als Kriegswaffe #Luegenpresse #NoAfD #AfD (25.02.2022, Twitter)

Berlin-Neukölln Vor ein paar Tagen berichtet das ZDF über eine „neue Weltmachtachse der Kommunisten“. Diese Weltmachtachse der Kommunisten gibt es aber gar nicht, sondern ist lediglich eine Erfindung einer oder mehrerer ZDF-Mitarbeitenden. Ein klarer Fall von Lügenpresse ist auch eine Tagesspiegel-Headline zu US-Präsidenten Biden. Gelogen auch das Abschreiben von verleumdenden Falschinformationen über ein minderjähriges Opfer rassistischer Gewalt. Die Lügenpresse ist existent und sie muss stets besonders von links harsch angegriffen und kritisiert werden, denn Lügen verzerren die Realität, die von Medien eigentlich realitätsgetreu abgebildet werden sollte, damit Menschen sich in einer Demokratie auf Grundlage von Fakten eine eigene Meinung bilden können. Schließlich bedarf Demokratie Bürger*innen, die sich aufgeklärt am politischen Willensbildungsprozess beteiligen. Neben der Legislativen, Exekutiven und Judikativen gilt die Presse immerhin als wichtige vierte Gewalt im pluralistischem Staate. Doch je mehr Kanäle den Kommunikator*innen zur Verfügung stehen, desto mehr werden Rezipient*innen angelogen. Die Lügenpresse geriert sich im 21. Jahrhundert auch im grenzenlosen Internet als Journalismus. Vorsicht ist also geboten.

„Darüber hinaus fand „Lügenpresse“ auch in Organisationen der Arbeiterbewegung zur Abwertung von als bürgerlich oder kapitalistisch wahrgenommenen Teilen der Presse sowie in der Exilpresse als Bezeichnung für die gleichgeschalteten NS-Medien Verwendung.“ 

Wikipedia

Eigentlich stoßen Lesende, Hörende und Zuschauende täglich auf eine Lüge, umso mehr, je genauer man liest und je höher die Motivation ist das Geschriebene zu hinterfragen. So häufen sich innerhalb weniger Tage viel Fälle von Halbwahrheiten, Täuschungen und blanken Lügen, die ich folgend fortlaufend zu dokumentieren gedenke. So viel vorab, es ganz schön anstrengend und ärgerlich: Am 09.02.22 erwischte ich den meinerseits sehr geschätzten Journalisten Olaf Sundermeyer beim politischen die Unwahrheit verbreiten, was ich als „Lügen durch die Blume“ formulierte, worauf der gewiefte RBB24-Redakteur den Spieß kurzerhand herumdrehte und meiner Person abwertende Hetze unterstellte, weil ich im Anschreiben des Twitter-Chats eben auch den gescholtenen Begriff „Lügenpresse“ benutzte. So läuft Dialog bei Twitter eben, was ich hiermit gerne der guten Meinungswillensbildung zuliebe wortgetreu dokumentiere.

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Apropos Clankriminalität – wer lügt im windigen Twitter-Thread am meisten: Olaf Sundermeyer oder Robert Niedermeier?
Zitat: „Aus dem Koalitionsvertrag des Berliner Senats ist die #Clankriminalität verschwunden, aus der Stadt offensichtlich nicht“, behauptet Olaf Sundermeyer am 9. Februar 2022 auf Twitter.

Antwort von Robert Niedermeier: „Sie lügen quasi durch die Blume, denn im Koalitionsvertrag ist Organisierte Kriminalität nicht verschwunden, es geht lediglich um den rassistischen Begriff Clankriminalität, nicht ums Leugnen von organisierter Kriminalität. (Link zum Reiserobby-Text über den rassistischen Begriff) Lügenpresse ist überall.“

Reply von Sundermeyer: „„Clankriminalität“ ist nicht gleich „Organisierte Kriminalität“, dafür ist Ihre Zuschreibung „Lügenpresse“ eine eindeutige Herabsetzung mit hetzerischer Absicht. Ist das jetzt „links“?“

Antwort Niedermeier: „Ja, ist links: Lügenpresse wurde bereits in antifaschistischen Organisationen der Arbeiterbewegung zur Abwertung der als bürgerlich-kapitalistisch wahrgenommenen Teilen der Presse und Bezeichnung für die gleichgeschalteten NS-Medien verwendet. (…) Ich lüge halt nicht: Sogenannte „Clankriminalität“ ist bandenmäßig organisiert, das nennt sich korrekt abgekürzt OK (Organisierte Kriminalität), das bestätigt ihnen auch jeder Experte. CK steht für Calvin Klein. OK als Clankriminalität zu labeln, ist ethnisierend (rassistisch) (…) In hetzerischer Absicht zu lügen, ist jedenfalls eindeutig rechtspopulistisch. Bin weder Fan des Begriffs #Lügenpresse, noch liberal gegenüber #Rassismus. Aber wenn in der Presse gelogen wird, ist es wichtig auch mit provokanter Wortwahl aufklärerisch darauf hinzuweisen.“ Ende der Diskussion bislang…

Nun zu einem anderen, sehr infamem Beispiel deutscher Lügenpresse, erneut im Zusammenhang mit Rassismus und aus Berlin

„Am Samstag, den 5. Februar 2022 wurde ich gegen 20:10 Uhr an der Tramhaltestelle Greifswalderstraße von drei Männern und drei Frauen attackiert und zusammengeschlagen, was dazu führte, dass ich ins Krankenhaus musste. Ein Hirnschädeltrauma, ein Bauchtrauma, unzählige Prellungen und Verletzungen waren die Folgen. Der Grund dafür war, dass ich eine Ausländerin bin. In den Medien wird behauptet, dass der Grund ein fehlender Mund-Nasen-Schutz sei, was jedoch nicht der Wahrheit entspricht. Außerdem wäre es ebenso kein Grund zu 6. auf eine minderjährige Person zu gehen und diese zusammenzuschlagen. Zudem ich hinzufügen muss, dass ich die einzige war, die eine Maske getragen hat. 

Dilan Sözeri, Instagram
Im Facebook-Text wird der Kontext auch nicht klar. Dafür müsste man den Artikel lesen, was natürlich nur ein kleiner Teil tut. Der Rest sieht die 17-Jährige nur als Maskenverweigerin, mit entsprechender Kontroverse. Das hätte der Social Media Schicht klar sein müssen. Quelle: Twitter
Die bürgerlich-kapitalistische #Lügenpresse ist real – SpringerPresse enteignen!
17-jähriges Mädchen wegen fehlender Maske zusammen geschlagen – das ist glatt gelogen: Lügenpresse ist existent. Opfer von rassistisch motivierter Gewalt und der Lügenpresse berichtet auf Instagram die Wahrheit.

Wie oben bereits bemerkt ist das Wort „Lügenpresse“ ein einst von der antifaschistisch organisierten Arbeiterinnenbewegung gegen die bürgerlich-kapitalistische Verlegerszene verwendeter und zurecht negativ besetzter Begriff – selbst im Jahre 2022 ist Lügenpresse noch existent. Ein zweifaches Opfer – von rassistischer Gewalt und medial inszenierter Verleumdung – ist die mutige Instagram-Nutzerin Dilan Sözeri: „Bin körperlich und psychisch am Ende“, sagt die von aggressiven Rassisten brutal Attackierte, die im Anschluss von einer real existierenden Lügenpresse verunglimpft und seitens der Berliner Polizeipressestelle verleumdet worden war: „…weil ich nicht verstehen kann wie 2022 immer noch solche Menschen auf diesem Planeten leben können, die immer noch dieses Mindest besitzen, wir wären unterschiedlich aufgrund unserer Herkunft. Und ich nicht verstehe, warum die Presse, Social Media, die Polizei, die Zeitungen etc. nicht ehrlich sind und die Wahrheit verdrehen.“

Was Dilan als das Verdrehen der Wahrheit und Unehrlichkeit beschreibt, ist das, was als Lügen benannt werden darf. Die Berliner Polizei, welche Berliner und bundesweite Presseorgane mit Falschinformationen versorgte, hat einen Fehler eingeräumt und berichtigt. Nachdem der Schaden angerichtet worden war. Die Lügenpresse, die gegen jede journalistische Grundregel ohne Scheu, die polizeilich absolvierte Lügen-PR unkritisch übernahm, schreibt – wie zum Beispiel das von SPD mitfinanzierte Redaktionsnetzwerk Deutschland – am 9. Februar 2022 keck ins Twitter: „Hi ….! Die Infos aus der ersten Version unseres Artikels bezogen sich auf Polizeiangaben. Die Polizei hat die Meldung korrigiert und spricht nun von einem rassistischen Angriff. Viele Grüße!“ Beim Lesen der Grüße, ging mir diese deutsche Redewendung durch den über das „komplette Medienversagen“ wütenden Kopf: „Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen“.

„Zur Wahrheit gehört jedoch auch: die Polizei Berlin hatte in ihrer ersten Meldung ebenfalls von einem Streit über eine angeblich fehlende Maske bei der 17-jährigen berichtet. Viele Medien übernahmen dies, selbstverständlich aber sehr viel sachlicher als Reitschuster.“ Quelle: Twitter
„Die neue Weltmachtachse der Kommunisten: Globale Demagogie im Heute-Journal (ZDF), auch das ist Lügenpresse in Aktion

Weniger wütend und erschüttert, sondern eher erheitert war ich dann doch beim guten alten öffentlich-rechtlichen Fernsehen: „Die neue Weltmachtachse der Kommunisten…“, plappert’s am 4. Februar 2022 im ZDF-Heute Journal zur strategischen Allianz zwischen der Russischen Föderation und dem chinesischen Autokraten Xi. Auf Twitter kommentierte meine Wenigkeit das Gehörte mit: „Wenn Putin Kommunist und Russland kommunistisch organisiert ist, dann bin ich aber wirklich der Kaiser von China.“ Kurzum: Zu implizieren die Russische Föderation sei kommunistisch regiert, ist gelogen. Wer politisch motiviert lügt, wiederhole mich, sollte der Lügenpresse-Marotte bezichtigt werden, bis man den „Fehler“ seitens der Täter*innen eingesteht und berichtigt. Jeder, auch der ÖRR, macht Fehler. Problematisch wird es, wenn die Masche zur Methode der einseitigen Propaganda oder gar Kriegsrhetorik verkommt.

„Springerpresse halt die Fresse, bist die echte Lügenpresse“, das reimt sich und ist wohl auch wirklich voll hart wahr: Lügen wie gedruckt

Die Redewendung „Wie gedruckt lügen“ könnte man meinen, gibt es seit der Bild-Zeitung, dem ist so nicht: „Die Lügen ist getruckt, darumb ist sie geschmuckt“ lautet das Original aus dem Jahre 1623. Trotzdem: „Bild lügt und macht kaputt“ ist nicht bloß ein linksextremer Sponti-Spruch, sondern auch mehrfach – sogar wissenschaftlich – belegt. Ebenso ist die komplette Unternehmenskultur des Springer-Verlages toxisch. Gelogen wird politisch motiviert über ALG2-Berechtige, Mietende, Antifaschist*innen, Asylbewerbende und übers Gendern. Etwas weniger blöd und plump als Bild lügt auch Welt.de. Das digitalisierte Springer-Blatt ist so etwas wie der Mecerdes Benz, wahlweise BMW oder Poschardt der Lügenpresse – quasi also der Intellektuell defekte Bolide unter der sich im Privatbesitz befindlichen Lügenpresse aus dem Hause Springer. Welt.de ist derart verlogen, dass ich mich erst am Sonntag, den 5. Februar 2022 dazu entschloss, das bisher meinerseits tabuisierte Wort „Lügenpresse“ politisch zu rehabilitieren und vor allem auch zu entnazifizieren. Voilà – da ward es mir dann mausgerutscht: „Wir sollten den Begriff Lügenpresse nicht den Faschisten überlassen.“

Wagenknecht Braunes in den roten Mund legen: Nicht schön, aber das ist Part of the Lügenpresse

Die Lügenpresse ist also divers. Wenn etwa ein Journalist etwas publiziert, der sich auf seinem Twitter-Kanal auch stolz selbst als „Journalist“ denunziert, nimmt der typische Rezipient das als bare Münze wahr. Schließlich geht Medienkonsument davon aus, dass Journalisten einen gewissen Ethos mitbringen. Aussagen und Behauptungen von etablierten Journalisten gelten per se als seriös und glaubwürdig, da die Information vermeintlich handwerklich korrekt recherchiert worden ist. Zudem unterstellen Medienkonsumierende dem Journalismus ein gewisses Maß an gesellschaftlichem Verantwortungsbewusstsein. Das ist leider sehr naiv.

Verantwortungsgefühl ist eine soziale Emotion. Dabei nimmt der betroffene Mensch instinktiv, intuitiv oder anderweitig unbewusst an ihn gerichtete Anforderungen wahr. Dieses Gefühl geht bei intellektuell und analytisch ausgerichteten Menschen in eine bewusste Wahrnehmung, das Verantwortungsbewusstsein über.“

Wikipedia.de

„Der Mensch ist leider nicht naiv, der Mensch ist leider primitiv“, singt Marius Müller-Westernhagen in seinem von Neonazis und Querdenkern bewusst falsch rezipiertem Lied „Freiheit“. So ist auch Journalismus im fortschreitenden Kapitalismus zum plump-primitiven Clickbait-Geschäft verkommen. Auch Einzelpersonen sind im Journalismus kapitalistischen Zwängen unterworfen, weshalb sie sich allerlei schäbigen Methoden bedienen, um Aufmerksamkeit zu generieren. Je höher der Empörungspegel, desto besser. Am 10. Februar 2022 tippt jedenfalls der preisgekrönte Journalist Matthias Meisner in seine Twitter-Timeline: „Was ist eigentlich mit der neuen Bundesinnenministerin, die mal bei einer Organisation publiziert hat, die der Verfassungsschutz als ‚linksextremistisch beeinflusst’ einstuft?“, fragt @SWagenknecht (Sara Wagenknecht) in @DIEZEIT (Die Zeit). Und befeuert so die Kampagne gegen #Faeser (Nancy Fieser) und die @vvn_bda (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-BdA eV). Puh.“

Lügentweet wird im Original nach mehreren Dutzend Retweets vom Verfasser gelöscht: Aber Dreck bleibt kleben.

Der mittlerweile von Meisner anständigerweise gelöschte, aber dank boshafter Unterstellung inkriminierende Tweet unterstellt der Sozialistin Wagenrecht, sich an der von rechts vom Zaun gebrochenen Kampagne gegen Antifaschisten zu beteiligen. Der Lügentweet wird flugs vielfach geteilt und auch kommentierend retweeted. Wenige der Twitter-Nutzenden dürften sich überhaupt die Mühe gemacht haben das Interview aus der Zeit zu lesen. Diejenigen, die es versuchten, um sich selbst einen Eindruck zu verschaffen, sind an der Bezahlschranke gescheitert. Aber der Tweet hat drauf und viel machen mit: Wagenknecht gilt eh als Reizperson, der immer wieder vorgeworfen wird, Querfront-Inhalte zu verbreiten oder gar selbst rechte Meinungen zu vertreten. Die auf Vorurteile basierende und Stimmungsmache getrimmte Masche geht also auf. Aber lügt Meisner?

Lügen haben kurze Beine, aber etwas Dreck bleibt immer hängen.
„Verleumde nur dreist, etwas bleibt immer hängen.“ (Semper aliquid haeret)

Ja, denn es es ist eine Lüge zu behaupten, Wagnenkencht befeuert mit ihrer Aussage eine Kampagne gegen eine Sozialdemokratin oder gegen Antifaschisten. Dass der Tweet und der konstruierte Zusammenhang von Meisner grob verfälschend ist, fällt jedoch einer Twitter nutzenden Person auf, die das Interview tatsächlich selbst gelesen hat. Der Tweet sei „nicht fair“, bemerkt Dr. Wu, „…und ist total aus dem Kontext gerissen. In dem Text geht es im Kern um die Frage, ob ausgerechnet der Verfassungsschutz die „Organisation“ sein soll, die den Finger hebt oder senkt über die berufliche Zukunft eines Menschen. Der Text zu Ende gedacht bringt doch genau auf den Punkt, dass es ausgerechnet Mitglieder des @vvn_bda wären, denen der Verfassungsschutz quasi Berufsverbote erteilen könnte. Eines sollte doch klar sein, dass ausgerechnet dieser Verein (Verfassungsschutz), der sich vor allem um Linke und Klimaschützer kümmert, nie (wieder) die Instanz sein darf, die entscheidet, wer was werden darf. Mal abseits von der demokratietheoretischen Frage, dass der VS undemokratisch ist.“ (Dr. Wu) Gut, dass das im Thread klar gestellt worden ist, aber wo mit Dreck geworfen wird, bleibt immer etwas hängen. Das wissen auch Journalisten, die Jahrzehnte lang für die bürgerlich-kapitalistische Presse tätig waren, ganz genau. Puh.

Das SoMe und Messenger-Dienste wie Telegram funktionieren als Medienportale, sind damit eine sehr gefährliche „Lügenpresse“ unterm Deckmantel der Informationsfreiheit

„Mittlerweile haben fast 150.000 faschistisch interessierte Bürger*innen den Telegram-Kanal der Nazipartei „Freie Sachsen“ abonniert. Sollte der Mob irgendwann nicht mehr ziellos „spazieren“, sondern beispielsweise Asylunterkünfte als Ziele wählen, haben wir ein heftiges Problem.“

René Loch, Twitter
Nazis in Talkshows – wenn die von Nazis als Lügenpresse beschimpfe Presse sich selbst zum willigen Lügenpresse-Organ von Faschisten macht

Gewisse Hardcore-Nazis sind nicht mehr willkommen beim ZDF, aber ein nach wie vor rechtsextremer Ex-NoAFD-Funktionär wie Jörg Meuthen darf am 9.02.2022 im ZDF bei Lanz seine Lügenmärchen auftischen. Wer Nazis, die stets Lügengeschichten präsentieren, in Talkshows einlädt, macht sich selbst zur Lügenpresse.

Fazit: Zweifelsfrei ist der Begriff Lügenpresse als pauschaler Angriff auf die Presse und den Journalismus abzulehnen, aber als provokanter Nadelstich gegen subtil oder plump lügende Pressevertreter absolut legitim. Fakt ist: Immer wieder bieten auch sogenannte seriöse Medien anlassbezogen, traurige Gelegenheiten die Publizierenden als Lügenpresse zu beschimpfen.

Lügenpresse ist ein politisches Schlagwort, das polemisch und in herabsetzender Absicht auf mediale Erzeugnisse gerichtet ist und sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts im deutschen Sprachraum nachweisen lässt. Zunächst wurde es gelegentlich von konservativen Katholiken, zumeist mit einem antisemitischen Hintergrund, gegen die im Zuge der bürgerlichen Revolutionenentstandene liberale Presse verwendet. In der Propaganda im Ersten Weltkrieg fand „Lügenpresse“ sehr viel häufiger Verwendung; hier bezeichnete es aus Sicht Deutschlands und Österreich-Ungarns die Presse der Feindstaaten. Sowohl vor als auch im Nationalsozialismus nutzten NS-Agitatoren das Schlagwort im Rahmen ihrer antisemitischen Verschwörungstheorie zur Herabsetzung von Gegnern als Kommunisten und Juden sowie der Behauptung einer Steuerung der Presse durch ein „Weltjudentum“. Nach der „Machtergreifung“ und der Gleichschaltung der Inlandspresse wurden die Medien der späteren Kriegsgegner mit „Lügenpresse“ geschmäht. Darüber hinaus fand „Lügenpresse“ auch in Organisationen der Arbeiterbewegung zur Abwertung von als bürgerlich oder kapitalistisch wahrgenommenen Teilen der Presse sowie in der Exilpresse als Bezeichnung für die gleichgeschalteten NS-Medien Verwendung. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam das Wort zunächst nur mehr sporadisch vor. Die ab August 1945 erscheinende Frankfurter Rundschau verstand sich explizit als Gegenentwurf zu „Hugenbergs Lügenpresse“.[1] In den Medien der DDR wurde das Wort im Kalten Krieg gelegentlich zur Herabsetzung der westdeutschen Presse benutzt. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wird der Ausdruck Lügenpresse – zumal in Deutschland – vorrangig von rechtsextremen und rechtspopulistischenvölkischen oder auch fremdenfeindlichen und islamophoben Kreisen verwendet, zunächst von Teilen der Hooligan-Szene, bekannter seit 2014 als Parole bei den von Dresden ausgehenden Pegida-Demonstrationen sowie bei Demonstrationen der AfD. Hier ist sie mit Gewaltdrohungen und Gewalt gegen Journalisten eng verbunden. Im Januar 2015 wurde „Lügenpresse“ von der Sprachkritischen Aktion Unwort des Jahres zum „Unwort des Jahres 2014“ gewählt.

Wikipedia

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P.S. Witzig, Kritik an der bürgerlichen Lügenpresse kommt auch aus der neokonservativen Ecke der olivgrünen Bellizist*innen der regierenden Ampelkoalition.

MdB Sara Nanni wünscht sich in der Causa Baerbock mehr Fakten statt verlogener Polemik vom Berliner Tagesspiegel: Quelle: Twitter

P.P.S. „Journalistin“ Zara Riffler unterstellt Bayrischen Rundfunk zu lügen, was wiederum glatt gelogen ist

Zara Riffler schreibt für Tichys Einblick, ein rechtspopulistischer Blog, der sehr viele politisch motivierte Lügen verbreitet.

P.P.P.S. „Rassistischer Skandal bei den Winter Olympics in Beijing 2022. White Power Zeichen im Fernsehen“, twittert ein Neuköllner Linken-Politiker mit einer beträchtlichen Follower-Anzahl am Abend des 9. Februar 2022. Das mit dem rassistischen White Power-Handzeichen ist wahr und auch heftig zu kritisieren, doch das Ganze fand nicht im Rahmen der Winterolympiade statt. Quellen checken sollten auch politische Multiplikatoren im Internet, denn Kommunikatoren mit hoher Reichweite tragen wie andere Medien eine Verantwortung im Sinne der Informationsgerechtigkeit.

P.P.P.P.S. Tragisch, aber Lügenpresse ist wirklich überall. Denn eine komplett falsch informierende Twitter-Headline aber auch Online-Teaser vom Berliner Tagesspiegel hat am 11. Februar 2022 den niedergemeiert.de Lügenpresse-Award verdient.

Fakennews und Realitätsverkennung im vermeintlich seriösen Journalismus

Zum einen weil der Tagesspiegel mit der Headline einen rechtsextremen Shitstorm gegen „linksgrüne Transatlantiker (sic!) befeuert, und zum andern, weil es einfach nicht der Wahrheit entspricht, was die dämliche Headline samt Teaser dem Lesenden versprechen: „US-Präsident Joe Biden hat Amerikaner aufgefordert, die Ukraine zu verlassen. Zudem warnte er Russland vor einem „Weltkrieg“. Tagesspiegel löst mit dieser ‚lausigen Headline‘ eine getwitterte Verleumdungskampagane gegen den demokratischen US-Präsidenten aus, der deshalb auf Twitter tausendfach als Kriegstreiber verunglimpft wird.

„US-Präsident Joe Biden hat Amerikaner aufgefordert, die Ukraine zu verlassen. Zudem warnte er Russland vor einem „Weltkrieg“. Tagesspiegel löst mit dieser „lausigen Headline“ eine Verleumdungskampagne gegen den demokratischen US-Präsidenten aus, der deshalb auf Twitter tausendfach als Kriegstreiber bezeichnet wird.
#Lügenpresse-Award geht am 11. Februar 2022 an den Tagesspiegel, das Opfer ist US-Präsident Biden

Wahr ist: „Biden empfiehlt US-Bürgern aus der Ukraine auszureisen, weil US-Militär sie bei einem russischen Angriff nicht rausholen kann, da die Eskalationsgefahr bis hin zu einem Weltkrieg zu hoch wäre“, erklärt Twitter-Nutzer Lukas Mengelkamp im gern geherzten Tweet seinen Mitlesenden und konstatiert, was daraus im querfrontigem SoMe-Diskurs gemacht worden ist: „Deutsch-Twitter: Biden, dieser Kriegstreiber, will einen Weltkrieg!“

P.P.P.P.P.S

Seit Jahren flüchten Ukrainer vor der Zwangsrekrutierung nach Polen oder in die Russische Föderation. Ukrainerinnen machen sich große Sorgen wegen der Kriegshetze ihrer korrupten Regierung.
Zeit-Journalist Artur Weigandt lügt dreist als er mir in der Debatte um El Hotzos pazifistischen Tweet unterstellt, ich hofiere den Militaristen und Mörder Putin. Wahr ist: ich lehne Krieg als Mittel der Politik und die Nato ab.
Vögel stürzen wie Staubwolke vom Himmel wegen Umweltverschmutzung, Fakenews zum Valentins-Tag
Umweltverschmutzung versus Raubvogel-Attacke. Guardian hat Gerüchte schnell aufgeklärt: „Instead of pollution or 5G, it was most likely another bird that caused deaths caught on camera in Cuauhtémoc“
Im starrsinnigen Thread hatten wir es schon geklärt, aber Nutzerin reproduziert die mutmaßlichen FakeNews erneut. Ja, es ist gruselig, wie schnell Lügen unkritisch vervielfältigt werden werden, weil einem die servierte Erklärung in den Kram passt. #Lügenpresse ist überall:
Kapitalistisch-bürgerliche Lügenpresse in Aktion am 15.02.2022 im Dienste der rechtsradikalen Querdenkerszene: Martenstein lügt laut, Tagesspiegel druckt die Lüge ab, um sich dann selbst zu zensieren, was wiederum Rechtsextreme beflügelt „Zensur“ zu schreien
Die dreckige Lüge (Antisemitismus-Leugnung von #Martenstein) hätte gar nicht publiziert werden dürfen. Die kapitalistische #Lügenpresse ist gefährlich.
Mittlerweile ist Martenstein übrigens ein Ex-Tagesspiegel-Kolumnist (Stand: 19.02.2022)
Es gibt keinen russischen Truppenabzug, Putin verlegt die Truppen, fantasiert Enno Lenze am 15. Februar 2022
Schön, wie sich die Leute über den „Truppenabzug“ der Russen freuen. Dass sie die nun für eine andere „Übung“ in ähnlicher Gegend einsetzen, habt ihr aber mitbekommen? …
Enno Lenze ist Quelle seiner selbst: „Stimmt doch, wie es da steht. Andere Frage: Zu welchen Basen? Wo? Und was machen sie, nachdem sie dort angekommen sind – gehst dann weiter?“ Reply: „Kriegsberichterstattung als Job regt offenbar die Fantasie an. #Truppenabzug #Entspannung #Nato #UkraineKrise #Russland (Twitter)
Journalist Enno Lenze entblödet sich nicht, die Geschichte zum Irak-Krieg zu verfälschen, um in einem sehr dummen Thread nahezu hellseherisch Recht zu behalten.

FDP sitzt in der Regierung, #NoAfD-Nazis stellen Stadträte, Löhne sinken, Mieten steigen, Kriege werden vorbereitet… Vom #Linksruck zu fantasieren, ist eine dreckige Lüge von der mit dem #Rechtsextremismus verbündeten bürgerlich-kapitalistischen #Lügenpresse: #Poschardt

Herrje, was für ein dummer verschwörungsideologischer Mist. #Poschardt wird irgendwann auch auf einer Bierkiste stehend enden, von der herab er einem Häufchen unverzagter Gläubiger predigt.
Man facepalming
Schlag vorm Kopf, weil ohne sich zu entblöden gelogen wird.
Ihr sollt nicht immer auf Reizworte reagieren, ihr seid doch keine pawlowschen Hunde! (Twitter)

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