Fleisch, Porsche, Nazis

Der eine will Krankenschwester statt Krankenpflegende rufen, der andere Porsche statt Fahrrad fahren und ein hässlich alterndes Breivik-Vorbild hält grölende Neonazis, die Bundeskanzlerin Merkel mit dem F-Wort belegen für Menschen, die ihre Meinung legitim zum Ausdruck bringen, weil sie’s nicht anders könnten als unterbelichtete Proleten. Alle drei Männer sind im Zeitspiegel objektiv betrachtet arme Würste, weil über fünfzigjährige weiße alte Männer, die sich nicht entblöden, sich darüber zu echauffieren, dass es Menschen gibt, die zu mehr Selbstreflexion fähig sind als sie selbst es wagten. Drei alte Männer, die reaktionär aggressiv mit Dreck um sich werfen, nicht aus Überzeugung, sondern weil sie es müssen. Porsche fahren, „die Krankenschwester“ und in Berlin nicht als Jude im sozialen Brennpunkt von Neonazis oder anderen antisemitischen Faschisten totgeschlagen zu werden, ist nicht billig.

Toter alter Baum in der Namib-Wüste in Namibia (Südwest-Afrika)
Toter alter Baum in der Namib-Wüste in Namibia (Südwest-Afrika)

Im besseren Kiez zu wohnen kostet Kohle. Man kann auch nicht einfach zum Jobcenter, die helfen nicht bei überteuerten, zu großen Buden in angesagten Stadtteilen. Die drei Herren sind gezwungen, jeden Tag weiter so zu tun als wäre man gerne die alberne Karikatur eines Schreibtisch-Hengstes, sich als Schandmaul einen Namen zu machen, um Klicks für ihre Medienunternehmen zu generieren: Polarisieren und Meinungen darbieten, für die sich vor Jahrzehnten ob ihrer derb-feisten Dummheit noch in Grund und Boden geschämt hätten. Jetzt sind sie alt und brauchen das Geld. Da ist man sich vor nix fies. Man arbeitet bei Clickbait-Portalen wie Focus, macht sich zur Nutte von Welt oder poussiert auf dem Islamhasserstrich mit Sesselnazis.

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