Nach eigener Covid-19 Erkrankung mit körpereigener Antikörper-Superpower ausgestattet, fordert Jens Spahn nationale Kraftanstrengung

Spahnen - was war das?

„Um angemessen mit der „Jahrhundertsituation“ der Corona-Pandemie umzugehen, sei eine „nationale Kraftanstrengung im November“ nötig, sagte Spahn im „heute-journal“. Damit Kitas und Schulen offen bleiben könnten, müssten die Kontakte anderweitig „umso mehr“ verringert werden. Spahn zeigte sich zuversichtlich, dass wie durch die Maßnahmen im Frühling auch durch die Einschränkungen im November die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus deutlich verlangsamt werden könne.“

Tagesschau, 01.11.2020

Was ist eigentlich aus dem guten alten Spahnen geworden? Jens Spahn ist wie uns allen die Corona-Pandemie passiert. „Spahnen“,… DU & Ich-Relauncher Dirk Ludigs hat den Begriff mal im vergangenen Jahrzehnt, lange Zeit vor der Corona-Pandemie, im lesbisch-queeren Hauptstadt-Monatsmagazin Siegessäule eingeführt. Ich fand das damals sehr gut. Letztens las ich einen Kommentar von Dirk Ludigs in der Siegessäule. Dort verglich er das Maskentragen zum Schutz anderer vor einer Covid-19-Infektion mit dem solidarischen Safer Sex-Gedanken der späten Achtziger und frühen Neunziger Jahre. Kondome sind das neue Maskentragen, oder so. Den Kommentar fand ich auch wirklich gut. Nun, was Dirk Ludigs so schreibt, finde ich meistens ziemlich bis sehr okay. Schon als halbschwuler Teenager las ich gerne Artikel von diesem stets sehr erwachsen wirkenden bürgerrechtlich bewegten liberalen Print-Journalisten. Hat sich also nichts geändert seit Corona? Doch, eins hat sich geändert, Dirk Ludigs klang in seinem neuesten Bewegungsmelder irgendwie wie Jens Spahn und es hat mich nicht gestört. Was ist passiert? Folgendes ist passiert: Spahn hat 2020 aufgehört zu spahnen – mutmaßlich offenbar womöglich aber nur vielleicht? Ich weiß es doch auch nicht.

Jens Spahn steht Pate für das Wort Spahnen, aber was ist das eigentlich?

„Wissen Sie eigentlich schon, was „spahnen“ bedeutet? Zugegeben, das Wort steht noch nicht im Duden, aber da gehört es hin und wenn wir es nur oft genug benutzen, ist die baldige Eintragung unausweichlich. Spahnen, so definiere ich das jetzt mal, nennen wir das Ausspielen einer mutmaßlich beliebteren Minderheit gegen eine mutmaßlich weniger wohl gelittene, um sich an eine gefühlte Mehrheit im Allgemeinen oder einen Mächtigeren im Besonderen heran zu schleimen. Schwule Männer zum Beispiel spahnen gerne bei heterosexuellen Männern in Bezug auf Frauen allgemein und Lesben ganz besonders. Niemand aber hat das Spahnen so zur Perfektion gebracht, wie sein Erfinder und Namensgeber, der Münsterländer CDU-Bundestagsabgeordnete, Mitglied des Präsidiums seiner Partei, gelernte Bankkaufman und bekennende Homosexuelle Jens Spahn. „

Dirk Ludigs, 2015, Siegessäule

Für Junge World upgecycelt griff ich den Begriff Spahnen gerne auf

»Es fehlt eine gemäßigte Stimme der Mitte, die das Unwohlsein im Land artikuliert«, so wirbt der homosexuelle CDU-Aufsteiger Jens Spahn für sich. Die »Zuwanderung aus islamischen Ländern« sieht er kritisch. Das begründet er unter anderem so: »Wenn ich mit meinem Freund durch Berlin gehe, muss ich mir auf einmal wieder dumme Sprüche anhören, weil ich schwul bin.« Mit solchen Aussagen polarisiert der Bundestagsabgeordnete aus dem Münsterland. Im Februar schlug das queere Berliner Stadtmagazin Siegessäule Alarm und führte die Wortschöpfung »Spahnen« ein.

Robert Niedermeier, 2015, Jungle World

Jedenfalls habe ich jetzt komplett den Faden verloren, Fortsetzung folgt… worauf ich hinaus möchte ist, ich finde, Herr Spahn ist ein sehr interessanter Mann und eine bemerkenswerte Politiker-Persönlichkeit, der ich auch künftig meine bloggende Aufmerksamkeit schenken möchte.

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